Die Geschichte von Graes in Kurzfassung

Stammsitz des Uradels von GraesDer Name Graes erscheint erstmals um das Jahr 1100 in der schriftlichen Überlieferung: In einer Urkunde legt Bischof Burchhard  von Münster den  Zehnten fest, den Gerhard von Graes aus seinem Haupthof zu entrichten hat. Einige Jahre später ging der Besitz  zunächst an den Edelherrn Eppo, dann im Erbgang an dessen Sohn Meinrich von Grove. Meinrich verkaufte den Hof im Jahr 1188 an das Damenstift Asbeck, das zur Bewirtschaftung einen Erbpächter einsetzte. Dessen Name, Schulte Epping, verweist auf den vormaligen Eigentümer Eppo (Epping gleich zu Eppo gehörig).
Graes 1098-1998Die letztbekannte Hofstelle des ehemaligen Haupthofs Graes, jetzt Epping, lag nordwestlich des heutigen Dorfkerns. Etwa 1875 verlegte Epping sie in Richtung Epe an die   Aabrücke, wo er schon ein Heuerlingshaus besaß. Das  Bauernhaus im Dorf, im Volksmund bald „Olthues“ genannt, verpachtete er bis 1938 an die Graeser Familie Homölle. Nach dem  Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde das nun leer stehende Gebäude zunächst zu einem Lager für französische Kriegsgefangene umgebaut, bevor es nach dem Krieg als Wohnraum an Flüchtlingsfamilien vermietet wurde, unter anderem an die Familie Hamacher aus Ahaus. Es ist deshalb vielen Graesern heute noch als „Hamachers Hues“ in Erinnerung. Im Jahre 1964 kaufte Brunnenbauer Heinrich Wittenberg das gesamte Anwesen als Betriebsgelände, wobei er das Haus als Materiallager nutzte, bis es Anfang der 1970er Jahre einem Brand zum Opfer fiel. Seither verweist nur noch der auch schon fast vergessene Name der Unterbauerschaft „Kloster“ auf die Zugehörigkeit des ehemaligen Schultenhofs Epping beziehungsweise des Haupthofes Graes zum Kloster Asbeck.

Autor: Wilhelm Wilming